Einfacher „Diebstahlschutz“

Der heutige Beitrag kommt mal wieder ein paar Tage später, dies hat aber einen Grund. Ich war das Wochenende über in Paris und habe mir ein wenig die Stadt angeschaut 😉 Der Beitrag hängt aber unmittelbar mit dem Trip zusammen.

Im Vorfeld habe ich über Paris allerlei Tipps für Touristen gefunden: Man sollte nicht in der Metro mit seinem Smartphone telefonieren, im Café keine elektronischen Geräte auf dem Tisch liegen lassen und beim Fotografieren von Sehenswürdigkeiten unbedingt auf seine Taschen achten. Unabhängig von Paris sind das sicherlich Ratschläge, die man pauschal auf alle Großstädte der Welt übertragen kann. Es geht hier natürlich um die Problematik, dass sich Kriminelle auf die Kosten anderer bereichern wollen und es in erster Linie auf wertvolle Elektrogeräte, wie Smartphones, Tablets und natürlich auch Kameras abgesehen haben. Ich achte grundsätzlich, auch wenn ich in Köln unterwegs bin, sehr auf meine Habseligkeiten und passe mein Verhalten und mein Outfit an die örtlichen Gegebenheiten an. Um ehrlich zu sein, hat es mich in Paris schon gestört, mit der Kamera herumzulaufen, einfach aus dem Grund, weil ich so sofort als Tourist zu identifizieren war. Aber nur Fotos mit dem Smartphone machen, wollte ich auch nicht…

Also was kann man tun? Hier ein paar Punkte, die ich sehr hilfreiche finde, um sich auch mit Kamera unterwegs, einigermaßen gut, gegen Langfinger zu schützen:

1: Nicht die größte Kamera mitnehmen (oder gar nicht erst kaufen…).

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Vor einiger Zeit habe ich tatsächlich noch meine Canon EOS 5D Mark II auf Städtereisen mitgenommen. Seitdem ich die Olympus OM-D E-M5 besitze hat sich das allerdings geändert. Der ursprüngliche Gedanke dabei war, ein System zu haben, das kompakt ist, aber trotzdem vernünftige Bilder produziert. Ich bin mir über die Nachteile des „kleinen“ Sensors bewusst, aber sehe hier eher die Vorteile des Systems. Die Kamera passt mit entsprechendem Objektiv in die Jackentasche und die Objektive sind so kompakt, dass ich mir über Größe und Gewicht eigentlich keine Sorgen machen muss – lediglich muss ich aufpassen, dass ich sie eingepackt habe, da sie durch das geringe Gewicht kaum auffallen 😉
Dies lässt sich wahrscheinlich über jedes spiegellose Kamerasystem sagen, ganz egal, ob Olympus, Panasonic, Fujifilm, etc. – Wenn ich nach eine Kaufempfehlung gefragt werde, rate ich mittlerweile auch immer zu spiegellosen Systemkameras. In meinen Augen sind Consumer-DSLRs nicht mehr zeitgemäß und bieten keinerlei Vorteile.

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Oft sieht man auch abgeklebte Kamerabodies, was ich heutzutage allerdings überflüssig finde. Ich gehe nicht davon aus, dass Taschendiebe den Feed von DPReview (http://www.dpreview.com/) abonniert haben und auch nicht den Unterschied zwischen Canon EOS 750D und Nikon D750 kennen. Hier wird lediglich davon ausgegangen, dass die Größe den Preis bestimmt, was in der Regel ja auch korrekt ist. Also noch ein Pluspunkt für kompakte spiegellose Systemkameras! Was allerdings für ein abkleben des Bodies spricht, ist die Tatsache, dass das Tape (meistens schwarzes Gaffa oder Isolierband) dafür sorgt, dass die Kamera etwas mitgenommen aussieht und mögliche Diebe so eher kein Interesse an dem Gerät habe.
Ein Punkt, der mir vor dem Kauf der (silbernen) OM-D gar nicht so bewusst war, ist der „analoge Look“. Ich wurde jetzt schon ein paar Mal angesprochen, ob ich immer noch analog fotografieren würde. Der Mensch geht heutzutage wohl davon aus, dass moderne Kameras immer schwarz sind und verbindet mit einem silbernen Gehäuse eher eine analoge Kamera.

2: Der Kameragurt

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Dieser Punkt schließt sich direkt an das Ende des ersten an.
Hier geht es um den Look des Gesamtpakets. Ich nutze an meiner OM-D einen Kameragurt, der schon ein paar Jahre (ca. 40?) auf dem Buckel hat. Ich habe ihn mal in Verbindung mit einer analogen OM-10 über eBay gekauft und bin eigentlich ganz froh, dass ich ihn damals bekommen habe. Abgesehen davon, dass er total cool aussieht, unterstützt er wiederrum den analogen Look des silbernen Bodies. Ich weiß, dass gerade die Kameragurte eine Frage des Geschmacks sind und Fotografen den Gurt gerne nutzen, um der Kamera einen individuellen Touch zu geben. Das ist auch okay, allerdings würde ich davon abraten, den dicken Kameragurt mit rotem Rand und der Aufschrift „Canon Professional Service“ für Reisen zu nutzen. Auch das erregt wieder das Interesse von Dieben.

3: Die Tasche

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Auch wieder ein Punkt, der sicherlich vom individuellen Geschmack jedes Fotografen abhängig ist. Wie bereits beim Thema „Kameragurt“ würde ich nicht empfehlen, die dickste Tasche mit einem „CPS“-Aufdruck mit auf Reisen zu nehmen. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass Taschen von bekannten Herstellern, wie z.B. Lowepro oder Crumpler, äußerlich als solche zu erkennen sind und daher auch wieder potenzielle Ziele für Diebe darstellen. Am besten also Taschen nehmen, die nicht als Kamerataschen zu erkennen sind.

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Ich selbst nutze seit einigen Jahren eine Tasche vom Hersteller 5.11 Tactical (http://www.511tactical.com). 5.11 stellt in erster Linie Kleidung und Ausrüstung für Behörden her, wie z.B. taktische Hosen, Jacken und Westen. Ich habe mich damals für das 5.11 PUSH Pack (http://www.511tactical.com/push-pack.html) entschieden, weil ich eine Tasche haben wollte, die relativ groß ist und viele Aufnahmemöglichkeiten für allerlei Kram bietet.

PushPack
(c) 5.11 Tactical

Ich habe sie mittlerweile seit 7 Jahren im Einsatz und sehr oft dabei. Sie sieht mittlerweile entsprechend mitgenommen aus, was aber nichts an der Funktion ändert. Da es sich um Ausrüstung für Sicherheitsbehörden handelt, sind Material, Schnallen und Reißverschlüsse entsprechend widerstandsfähig. Eine Schnalle ist mir sogar gebrochen, die Tasche lässt sich trotzdem noch ohne Probleme schließen.
Die Größe ist optimal – ich kann im großen Hauptfach sogar die Canon 5D Mark II mit einem zusätzlichen Objektiv (EF 35L / EF 50L) mitnehmen. Neben der OM-D konnte ich so nach Paris noch 3 Objektive mitnehmen: m.Zuiko 17/1.8; m.Zuiko 25/1.8; m.Zuiko 12-50/3.5-6.3. Zur Ausrüstung passt dann noch z.B. ein Getränk in einer kleinen Flasche (0,5L) oder etwas Proviant. Also alles, was man für den Tag in der Stadt so braucht 😉
Ein einziger Nachteil bei einer „Nicht-Kamera-Tasche“ ist lediglich die fehlende Polsterung. Mir selbst macht das nichts, ich passe aber auch etwas auf, wie ich meine Tasche abstelle. Zudem behandle ich meine Ausrüstung ohnehin nicht, als wäre sie aus Porzellan, wer aber hier etwas skeptisch ist, dem würde ich raten Objektive und ggf. auch die Kamera nochmal in der Tasche zu „verpacken“. Canon liefert bei seinen Objektiven immer diese Samtsäckchen mit (die ich noch nie benutzt habe) und es gibt sicherlich auch noch andere Möglichkeiten, die Objektive zu schützen.

Wie immer sind das nur ein paar Gedanken, die ich mir die letzten Tage gemacht habe und ich erhebe keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Außerdem befreien diese Tipps niemanden davon, grundsätzlich auf seine Gegenstände aufzupassen, das sollte aber jedem klar sein.
Wenn Ihr Fragen oder weitere Gedanken zum Thema habt, könnt Ihr gerne die Kommentarfunktion nutzen! 🙂

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