Keine Ausreden mehr!

Wie bereits in der letzten Woche angekündigt, will ich nun versuchen, jede Woche einen Eintrag in meinem Blog vorzunehmen. Da das Jahr 2016 noch sehr frisch ist, möchte ich allerdings weder mit irgendwelchen Lichtsetups noch mit Technikkrams starten.
Ich gebe zu, dass ich mich von Ryan Coopers Beitrag auf FStoppers (Link: https://fstoppers.com/originals/5-excuses-will-hold-back-your-photography-2016-107746 ) inspirieren lassen habe, allerdings möchte ich den einzelnen Punkte gerne noch eine persönliche Note geben 🙂

Mit den folgenden Ausflüchten kann sich sicherlich jeder identifizieren, der sich eine Zeit lang mit der Fotografie beschäftigt hat – bei mir war es letztes Jahr auf jeden Fall oft so…

Ich habe keine Zeit

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Da die meisten Deutschen wohl Angestellte in einer Firma sind und in der Woche um die 40 Stunden arbeiten sollten (kann auch mal mehr werden…) ist Zeit ein rares Gut. Natürlich sieht das anders aus, wenn man Schüler, Student, Rentner oder ggf. selbstständig ist, aber ich gehe davon aus, dass das eher die Ausnahme ist. Das Gute am Angestelltenverhältnis ist allerdings, dass man in der Regel auch 2 Tage in der Woche frei hat und diese nach Belieben nutzen und verplanen kann.
Natürlich verhält es sich mit der Fotografie genauso, wie mit jedem anderen Hobby – man muss sich die Zeit dafür nehmen (ist genau wie mit dem Sport 🙂 ). Also einfach mal ein Wochenende weniger auf der Couch oder vor Facebook hängen und sich nach draußen bewegen! Einfach mal etwas planen: Ein Fotoshooting mit einem Freund / Bekannten oder eine kleine Tour, um ein paar tolle Landschaftsaufnahmen zu schießen. Wenn man sich etwas vor nimmt, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass man es auch wirklich macht. Ich persönlich habe noch einige Ideen, die ich gerne umsetzen möchte und für die ich mir auch die Zeit nehmen werde.

Ich habe einfach keine guten Ideen

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Inspiration findet man überall! Ich selbst würde mich auch nicht als besonders kreativ bezeichnen, allerdings lasse ich mich gerne von anderen Fotografen und deren Bildern inspirieren. Ich hatte niemals den Anspruch, das Rad neu zu erfinden und im Endeffekt wurde auch schon alles irgendwie mal umgesetzt. Also einfach die Augen offen halten und das, was für Eure Bilder als Inspiration dienen könnte, abspeichern (ich selbst pflege einen Dropbox-Ordner, in den ich alles aufnehme, was mir gefällt) bzw. aufschreiben. Das Resultat sieht dann meistens ohnehin ganz anders aus, als Eure Inspiration, da sich beim Fotografieren eine Eigendynamik entwickelt, die vom ursprünglichen Gedanken oft abweicht. Bezogen auf die Peoplefotografie kommt noch hinzu, dass die Menschen, die Ihr vor der Kamera habt, ganz eigene Ideen und Facetten mitbringen, die Ihr im Vorfeld nur bedingt steuern könnt.

Ich habe keine gute Ausrüstung

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Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man als Fotograf in der Regel viel mehr Ausrüstung hat, als man tatsächlich braucht. Wenn ich überlege, was ich in den letzten Jahren alles angeschafft habe und was ich davon oft nutze, dann ist dies wahrscheinlich nur ein Bruchteil vom Ganzen. Wie sagt man so schön? Die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Selbst mit einem Smartphone kann man heute schon recht coole Bilder machen. Natürlich kann man hier nicht erwarten, dass die Bilder eine besonders gute Auflösung haben und der Einsatz von begrenzter Tiefenschärfe ist auch nur bedingt möglich, aber zum schnellen Fotografieren oder um eine Idee aufzugreifen reicht es meistens.
Vielleicht mal ein Denkanstoß aus der anderen Richtung: Kurz nachdem ich mir meine erste DSLR gekauft habe (2008 – eine Olympus E-510) wollte ich sofort in weitere Objektive investieren. Diese waren dann meistens besser, schneller und größer. Damals hatte ich die Kamera noch ziemlich oft dabei, auch wenn ich gar keinen Plan hatte, was ich fotografieren wollte. Die Bodies sind dann immer größer geworden und die Kamera habe ich immer seltener mitgenommen… ihr seht wohin die Reise ging. Mittlerweile habe ich wieder eine kleinere Kamera, eine Olympus E-M5, die ich, aufgrund ihrer Kompaktheit, wieder viel öfter und auch lieber mitnehme. Klar ist die nicht so „gut“ wie meine 5D, aber was bringt mir eine dicke Kamera, wenn ich sie nicht tragen möchte?
Genau so verhält es sich übrigens auch mit anderem Equipment, das man in der Fotografie nutzt: dicke Objektive, Reflektoren, Blitzanlagen…
Ich kann heute behaupten, dass ich meine Ausrüstung heute bei vielen Shootings und Aufträgen bewusst reduziere. Einfach aus dem Grund, weil ich keine Lust habe, den ganzen Krempel zu schleppen. Sicherlich ist es manchmal auch nötig, die dicken Geschütze aufzufahren, aber am liebsten fotografiere ich tatsächlich einfach mit einer 35er oder 50er Brennweite, die ja wohl so gut wie jeder haben dürfte, oder?

Ich habe nichts zum Fotografieren

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Tatsächlich ärgere ich mich immer wieder, dass ich in meinem Umkreis (scheinbar) einfach keine schönen Landschaften habe. Dann sieht man im Internet immer und immer wieder die tollen Bilder aus dem Yosemite Nationalpark oder die kargen Landschaften Schottlands und ist ein wenig neidisch, dass man selbst nicht so tolle Bilder machen kann, weil einfach die Motive fehlen. Was hindert Euch? Ab in den Flieger und auf geht’s! Gut… ist vielleicht nicht einfach mal so gemacht, aber möglich ist es wohl schon…
Aber es gibt auch hier, vor Eurer Haustüre, tolle Motive – man muss sie nur finden. Ist das nicht die Quintessenz guter Fotografie? Schöne und gute Motive zu sehen und zu finden?
Sollte sich trotz aller Anstrengung nichts finden lassen, kann man immer noch etwas konstruieren. Zum Beispiel kann man sich ein tolles Model suchen und im Studio schöne Kleidungsstücke fotografieren. Ist ja in gewisser Weise auch konstruiert und nicht von Gott gegeben 😉
Letztes Jahr sah ich mich mit der Aufgabe konfrontiert, unsere Küche zu verschönern. Da ich Bilder aus irgendwelchen Einrichtungs- und Baumärkten strikt ablehne, musste ich die Fotos gezwungenermaßen selber machen, was aber sehr cool war. So habe ich mit meiner besseren Hälfte zusammen, drei tolle Fotos geschossen, die jetzt bei uns in der Küche hängen. Selbst geschaffen, aus dem Nichts. Also einfach mal ein bisschen kreativ sein und das nicht einfach so hin nehmen, dass es angeblich nichts zum Fotografieren gibt.

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Ich denke das sind schon mal ein paar gute Denkanstöße, um in das neue Jahr zu starten und einfach ein paar schöne Fotos zu machen. Gebt nicht einfach auf, sondern ändert was und fordert Euch selbst hinaus. Also runter von der Couch (auch wenn es im Moment echt ungemütlich draußen ist) und tolle Bilder machen! 🙂

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