Direct Sunlight? No Problem!

„Zwischen 12 und 3 hat der Fotograf frei“ … immer wieder gehört und sicherlich in gewisser Art und Weise richtig. Wenn man mal davon absieht, dass es auch um die Mittagszeit schöne, schattige Plätze gibt (Stichwort: „open shade“), in denen man richtig coole Porträts oder generell Peoplefotos machen kann, mag ich selber auch nicht das ultra harte Sonnenlicht um die Mittagszeit.
Aber was tut man, wenn eine richtig gute Location hat und nicht die Möglichkeit hat, in den Schatten zu gehen? Genau! Man bringt seinen eigenen Schatten mit!

Nachdem ich mir vergangenes Jahr im Rahmen der Photokina in Köln am Sunbounce Outlet Truck den California Sunbounce Sun Swatter gekauft hatte, konnte ich ihn nun (nach fast einem Jahr…) endlich einsetzen.
Der Sun Swatter ist eigentlich nur ein großes weißes Tuch, welches die Sonne (oder anderes hartes Licht) streut und somit weicher macht. California Sunbounce bietet den Sun Swatter in verschiedenen Größen und Diffusionsvarianten an. Ich habe hier den Sun Swatter Mini in der Variante -2/3f-Stop genutzt. Der Swatter mindert das (Sonnen-)Licht also um eine 2/3 Blende ab und vergrößert die Lichtquelle. In meinem Fall (Sun Swatter Mini) auf eine Fläche von 90x120cm. Vorab möchte ich hier schonmal eins der Ergebnisse zeigen:

Anika-003

Das Setup zu dem Foto sah folgendermaßen aus:

Swat Bounce-001

Swat Bounce-004

(Anm.: der Ranger Q diente lediglich als Gewicht 😉 )

Normalerweise ist es wohl vorgesehen, dass der Swatter an einem Boom-Stick vom Assistenten gehalten wird. Ich hatte bei meinem Shooting jedoch leider keinen Assi dabei, so dass ich ihn kurzerhand an mein Galgenstativ gehängt habe. Mit Gegengewicht war das kein Problem, zudem hatte ich Glück, dass es an dem Tag windstill war und mir die Ausrüstung nicht um die Ohren geflogen ist. Auf dem Bild sieht man auch, dass ich als Streiflicht noch einen California Sunbounce Micro Mini in Zebra verwendet habe. Da die Sonne an dem Tag sehr stark war, war es kein Problem mit dem Reflektor die Distanz zu überbrücken.

Die Lichtsituation in dem Foto gestaltet sich also wie folgt: Mein Hauptlicht ist das diffuse Licht des Sunswatters (blau). Als Streiflicht habe ich den Sunbouncer in Zebra (rot) genutzt und die „reine“ Sonne hat den Hintergrund beleuchtet (gelb):

Anika-003Licht
Wenn man so will, habe ich für dieses Setup drei verschiedene Lichtquellen genutzt, wobei ich lediglich eine einzige (nämlich die Sonne) so geformt habe, wie es für meine Zwecke notwendig war. Man sieht also, dass man sich mit dem richtigen Equipment nicht unbedingt an irgendwelche Regeln muss, sondern einfach das Beste aus der Situation machen sollte!

Weitere Bilder mit dem gleichen Setup:

Anika-003

Anika-002

Anika-001

Noch ein kleiner Hinweis zur Arbeit mit Abschattern. Wie man im letzten Bild sehen kann ist die Kante Abschatter/reines Sonnenlicht zu erkennen. Hier ist es nicht so schlimm, da der Stein, auf den sich das Model stützt, die Kante etwas kaschiert.

Anika-001Hinweis

Wenn man eine gerade Fläche hat, kann es durchaus zu einem erheblichen Kontrastunterschied kommen. Ich persönlich finde das nicht sehr schön, so dass man versuchen sollte, entweder komplett unter dem Swatter zu arbeiten oder gegebenenfalls, so wie ich es hier getan habe, die Kante zu verstecken. Ich habe auch schon Photoshoplösungen gesehen, die gut funktioniert haben, aber hier konnte ich noch keine Erfahrungen sammeln.

Fazit des Beitrages: Zwischen 12 und 3 haben nur die Fotografen frei, die nicht mit der Lichtsituation umgehen können 😉 Viel Spaß beim Ausprobieren!

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