Photographing automotive details

Nachdem ich vor einer Woche schon ein kleines Tutorial zum Thema Fahrzeugfotografie geschrieben habe möchte ich das Thema in diesem Post noch ein mal aufgreifen und meine Arbeitsweise präsentieren. Da ich immer wieder gefragt werde welches Gear, welche Location, etc. ich verwende, zeige ich heute mal ein kleines Making-Of.

Sonntag hatte ich das Glück, dass der Autohändler meiner Wahl (kann an dieser Stelle ruhig mal erwähnt werden: Amian Cars in Hürth) einen Ferrari 599 GTO im Showroom hatte und ich Fotos machen konnte. Da es sich zusätzlich noch um einen Neuwagen handelte, hatte ich so gut wie keine Arbeit in Photoshop. Aber genug geschwätzt jetzt gehts ans Eingemachte.

Ich möchte Euch zuerst das Ergebnis zeigen und dann etwas zur Entstehung sagen:

Sehr schlicht, aber dadurch auch sehr interessant. Man könnte jetzt denken, dass das Bild im Studio mit sehr viel Aufwand und Equipment entstanden ist. Der Effekt kommt jedoch lediglich durch die komplett geschlossene Blende (f22) und den Einsatz des Blitzlichts zustande. Mit dieser kleinen Blende schaffe ich es, dass die Szenerie lediglich vom Blitz beleuchtet wird und dass jegliches anderes Umgebungslicht vollständig ausgeblendet wird. Außerdem wird das Bild nahezu komplett scharf, was bei Produktfotos erwünscht ist. Wenn man sehr nah heran zoomt, stellt man fest, dass der Lufteinlass schon wieder etwas unscharf wird (und das bei Blende 22!!!). Dies ist bedingt durch Aufnahmeformat (KB-Format), Brennweite (59mm) und Distanz zum Motiv (57cm). Laut Dofmaster.com ist die Ebene der akzeptablen Schärfe bei diesen Parametern nur 11,5cm groß. Was als sehr schöner Effekt in der Porträtfotografie empfunden wird, kann in der Produktfotografie extrem stören.

Die Lichtquelle war in diesem Fall der Elinchrom Ranger Q mit einem 150x25cm großen Striplite von Walimex als Lichtformer. So kommt das dünne gezielte Licht zustande. Wenn man solche Fotos macht, muss man immer im Hinterkopf behalten, dass die Lackoberfläche eigentlich ein Spiegel ist und alles an Licht zurück wirft (bei schwarzem Lack noch extremer als hier in rot). Deswegen können wir keine Waben o.Ä. benutzen und auch eine größere Softbox wäre keine elegante Lösung, da man einfach eine große weiße Fläche in der Spiegelung sehen würde. Hinzu kommt, dass ich bei diesem Stil gar nicht so extrem weiches Licht haben will, dass eine größere Softbox notwendig wäre. Diese Bilder leben von Licht und Schatten (!!!). Seht es Euch am besten selber an:

Hier erkennt man, dass ich nicht in einem Studio arbeite, sondern in einer ‚ganz normalen‘ Halle. Das Striplite habe ich auf diese Art auf das Stativ gesetzt weil ich es so besser platzieren kann. Das ist aber sicherlich Geschmackssache. Aufpassen muss man auf jedem Fall, wenn man einen Galgen verwendet, dass er stabil steht. Man will ja keine Macke in ein solches Auto hauen.

Nachdem ich mir jetzt genug in die Karten gucken gelassen habe, will ich Euch ein paar weitere Shots aus der Serie nicht vorenthalten. Diese Bilder sind alle etwa nach dem gleichen Prinzip entstanden:

Viel Spaß beim Ausprobieren und noch eine schöne Restwoche!

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